

Stille Lieder
Zeitgenössische klassische Musik aus der Ukraine
Nirgends eine Menschenseele,
Rings nur Schnee... Es kommen mir
Die gestreiften Meilenpfähle
Ganz allein entgegen hier.
Alexander Puschkin aus „Winterreise“
»Stille Lieder« ist ein Vokalzyklus von lyrischer Ausdruckskraft. Der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov, dessen Arbeiten früher stärkere Züge der Neuen Musik trugen, schlägt heute leisere und harmonischere Töne an und entfernt sich in diesem Zyklus von jeglichen Avantgardeelementen. Diese sind nur noch unterschwellig vorhanden und durchdringen die Musik »subversiv, im Bereich des Unsichtbaren und Unhörbaren«, so der Komponist in einem Interview mit KlassikAkzente.
Silvestrov vertonte sowohl Lyrik von den russischen Dichtern Puschkin, Lermentow, Mandelstam und anderen als auch von den englischen Romantikern Shelley und Keats. Die Thematik der ausgewählten Gedichte kreist um Fragen der menschlichen Existenz, wie Alter, Einsamkeit und Liebe. Der lyrische Text steht für den Komponisten dabei im Vordergrund, das Gedicht soll »sich selbst singen«. Für den Sänger wird dies zu einer interpretatorisch sensiblen Aufgabe, »Text und Gesang vom Klavier nicht zu lösen und mit dem Klavierklang verschmelzen« zu lassen, so Silvestrov.
Im Anschluss an das Konzert findet ein moderiertes Gespräch mit den jungen Musikern über Perspektiven der klassischen Musik in der Ukraine heute statt.
