Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa

DOWNLOAD & UPDATE

Download Inspiration: Update your goals! lautet das Motto des Netzwerkprojekts, das im Sommer 2011 in vier verschiedenen Ländern statffindet.


DOWNLOAD & UPDATE ist ein Konsultations-, Residenz- und Austausch-Programm für junge begabte Künstler aus Tschechien, Litauen und Serbien, die sich im Bereich des zeitgenössischen Tanzes und Theaters mit aktuellen gesellschaftlichen beziehungsweise politischen Themen beschäftigen und alternative Ausdrucksformen schaffen. Als Höhepunkt des mehrteiligen Programms findet das Residenz-Programm vom 25. Juli bis 5. August 2011 im tanzhaus nrw und Forum Freies Theater in Düsseldorf statt. Nach dem Aufrufprozess wurden drei künstlerische Gruppen aus jedem teilnehmenden Land ausgewählt. Mit der Unterstützung von und in Kooperation mit erfahrenen Mentoren (Künstler, Fachleute) aus Deutschland werden die Konzepte den neu entstandenen Performances der jungen Künstler analysiert und beraten. Erst finden persönliche Konsultationen mit Mentoren in den eigenen Ländern statt, danach wird der Arbeitsprozess während der Residenz einige Tagen lang von Mentoren begleitet. Die Sommerresidenz endet mit einem "work in progress-showing" am 5. August 2011.

 

 

DIE TEILNEHMER

  • Tanzperformance „Margaretha is telling stories“
    Tschechische Republik

Die Idee, Tanz und Schrift zusammenzufassen, das ist der Ausgangspunkt der Performance „Margaretha is telling stories“. Die tschechische Gruppe unter der Leitung von Barbora Látalová ist auf der Suche nach Wegen, Choreographie und Graphologie als zwei verschiedene Darstellungs- und Ausdrucksformen für ein konkretes Thema zu einigen und zu verbinden. Die inhaltliche Inspiration kam von der tschechischen Dichterin Irma Geisslová (1855 - 1914), einzige tschechische Dekadentin, die in ihrer Zeit praktisch unbekannt war und auch bis heute blieb. Die persönlichen und intimen Themen ihrer Lyrik passten nicht zu dem damaligen Bild der Frau und fanden auch nur schwierig ihren Platz in der (männlichen) Literatur, die Nationalbewusstsein wecken sollte. Die tschechische Gruppe interessiert sich weiter für die Frage, welche Bedeutung die Handschrift in der heutigen digitalen Kommunikation hat. Die Handschrift wurde als Ausgangspunkt für die Bewegungen auf der Bühne und gleichzeitig als stenografisches Material in der Videoprojektion genutzt.

Schreiben fördert die Aufmerksamkeit für die eigene Wahrnehmung. Nur das, was wir genau wahrnehmen, findet seinen differenzierten Niederschlag in gestalteter Sprache – dies könnte auch Gabriele Wittmann bestätigen, die als Mentorin des Tanzkonzepts eingeladen wurde. Wittmann schreibt für viele Kulturmagazine, trägt in mehreren Fernseh- und Radiosendungen über Tanz und Theater bei. Sie ist Autorin zahlreicher Buch- und Fachbeiträge und Lehrbeauftragte für Tanzkritik und Tanzgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main sowie Leiterin von Workshops im In- und Ausland. Eines ihrer Themen ist „Schreibend durch den Tanz“ – dabei wenden die Schaffenden ihre Methode zunächst auf das Schreiben und später auf das Entwickeln einer Bewegungssequenz an. Umgekehrt nutzt sie diese Methodik aus dem Tanz auch, um Texte zu analysieren.


  • Tanzperformances „GO(0)d“
    Litauen


Die litauische Künstlergruppe FISH EYE engagiert sich in verschiedenen Kunstgattungen: zeitgenössischer Tanz, bildende Kunst, street art. Die Gruppe umfasst professionelle und junge Nachwuchskünstler, die sich mit interdisziplinären Projekten beschäftigen. Die Idee des Projekts „Go(0)d“ kam bei dem Gedanken, junge Menschen und ihre Haltung der Gesellschaft gegenüber zu analysieren: Wer /was beeinflusst die emotionale Einstellung eines Teenagers? Wo und wie kann man die Unterstützung finden, um in dieser Welt zu überleben. Wie kann er/sie ein guter Mensch werden, wenn er/sie so viel Schlechtes sieht?Es soll eine Tanzperformance mit Videoprojektionen entstehen, die versucht, diese Fragen zu stellen und gleichzeitig die möglichen Antworten zu präsentieren – Wer ist Gott und was ist Gut?

Derart existenzielle und religiöse Themen sowie die Zusammenarbeit mit Jungendlichen begleitet die Theaterpädagogin und Dramaturgin Amelie Mallmann. Mallmann engagiert sich für das junge Publikum und Jugendtheater seit ihrem Studium an verschiedenen Theatern in Deutschland, Österreich und USA. Zwischen 2002-2005 war sie als Dramaturgin an dem uhof tätig, dem Kinder- und Jugendtheater am Landestheater Linz in Österreich. Seit 2005 arbeitet sie als Theaterpädagogin und Dramaturgin am THEATER AN DER PARKAUE Berlin. Amelie Mallmann ist Vorstandsmitglied der Dramaturgischen Gesellschaft und im Jahr 2010 war sie Kuratorin für das 2. Internationale Tanztheaterfestival für junges Publikum TANZHOCHDREI .


  • Multidisziplinäre Vorstellung „I wish... that I would not wish“
    Serbien

KROZ PROZOR # FABRIKA ist eine unabhängige Theatergruppe aus Belgrad, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein sozial- verantwortliches Theater zu entwickeln, gesellschaftliche Initiativen und die alternative serbische Theaterszene zu stärken. Im Rahmen des Projekts „Download&Update“ werden sie an dem Konzept neuer Vorstellung „I wish... that I would not wish“ arbeiten. Der Titel wurde von einem Belgrader Graffiti geliehen: “In 2009 I wish... that I would not wish to leave this country“. Es präsentiert die Niedergeschlagenheit der jungen Generation, die während des Kriegs aufgewachsen ist, die zu wenige Ambitionen und Selbstvertrauen hat. In einer Multimedialen Performance von Theater, Tanz, Film-Archiven, Puppen und Industrie-Musikkabarett, soll die heutige alltägliche Situation und slawische Melancholie der jungen Leute in Serbien gespiegelt werden. Als Leitmotiv und Beispiel der Melancholie wurde Irinas Charakter aus Tschechows „Drei Schwestern“ für die Vorstellung ausgewählt. In Videoprojektionen wird Filmmaterial genutzt, dass die serbische Realität der 90-er Jahre abbildet, um das Lebensgefühl zu spiegeln und Motive für das Weggehen zu ergründen.

Das Projekt der KROZ PROZOR-Gruppe wird von Yoann Trellu betreut und beraten. Der französische multidisziplinäre Videokünstler etabliert sich in Berlin und seit 10 Jahren arbeitet er mit zahlreichen Musikern und Performern in Frankreich, Deutschland und USA. Er ist in den Bereichen Bildende Kunst, Software-Entwicklung, Video-und DVD-Produktion, Tanz / Theater Produktion und VJing aktiv.

 

 

DOWNLOAD & UPDATE soll ein Pilotprojekt für ein zukünftiges internationales Netzwerk sein. Das Programm unterstützt nicht nur die beteiligten jungen Künstler, sondern es bereichert auch die Kulturinstitutionen, Fachleute und die gesamte Kulturszene. Es bietet die Chance, neue Kontakte zu knüpfen und ermöglicht den jungen Künstlern den nächsten Schritt auf die internationale Bühne.

Das internationales Performance-Projekt DOWLOAD & UPDATE wurde von drei Kulturmanagern initiiert, die als Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung in dem Programm "Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa" in Deutschland tätig sind:

Jakub Čermák

Akvilė Eglinskaitė

Ida Farkas

Termine/ Veranstaltungen

Residenzprogramm 
von 25. Juli bis 5. August 2011

Veranstaltungspartner
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Presse/ Downloads
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