

DEMONSTRATION
Das Projekt DEMONSTRATION läuft in zwei Teilen: im April und im Oktober 2006.
Die Veranstaltungen vom 5. bis 14. April bieten Video- und Filmvorführungen an, die von Diskussionen zur Ästhetik der neuen russischen Medienkunst begleitet werden. Die Oktoberaktionen finden im UFO statt, einem temporären Veranstaltungsort der ZukunftsWerkStadt Dresden. Es handelt sich um eine komplexe Veranstaltung, die städtisches Milieu und urbane Folklore der untergegangenen Sowjetunion vereinen wird.
Ausgestellt wird die Kunst einer ganzen Generation von russischen Künstlern, die nach der politischen Wende des Jahres 1992 auf die traditionelle Ausstellungspraxis verzichtet hat und sich kritisch zu den vorgegebenen Alltagsritualen gestellt hat. Als Reaktion auf den Zusammenbruch der Sowjetunion entstand die einflussreiche künstlerische Bewegung „Aktionismus“, die die Frage, ob die Kunst politisch sein muss, wieder gestellt hat. Die Aktionskünstler fanden ihre Wurzeln im Dadaismus, Situationismus und Fluxus. Der Aktionismus war zweifellos ein wichtiges Ereignis in der russischen Kunst der Jahrtausendwende und hat die ganze heutige Kunst in Russland geprägt.
Die gesamte damalige Kunstszene Russlands wird in Form von dreiPlattformen, die miteinander künstlerisch gerungen haben aber trotzdem eng verbunden waren, dar- und ausgestellt. Diese Plattformen bilden Anatoli Osmolovski , Alexander Brener , die Gallerie „An den drei Teichen“ und Avdei Ter-Oganian und das „Michail Lifschitz Institut“ und Dmitri Gutov. Die aktuelle Kunst in Russland wird als Entwicklung der in den neunziger Jahren bis heute wirkenden Gruppen und der erst nach 2000 entstandenen Gruppen: Gruppe RADEK, Gruppe „Was tun?“ und Gruppe CAT gezeigt. Sie stellen sich der Frage, wie die Kunst ihre politische Bedeutung erarbeiten und eine gesellschaftliche Mission formulieren kann, auf andere Art und Weise, und versuchen gleichzeitig den Aktionismus kritisch zu reflektieren.
