

OPEN DOORS
Der Blog KAVANTGARDE berichtet über das Projekt "Open Doors" und interwievt Akvile Eglinskaite sowie Julijonas Urbonas. Lesen Sie nach!
Im Spätsommer 2011 werden Karlsruher Türen zu einem Ort für interaktive kulturelle Begegnungen. Im Rahmen des Projekts "Open Doors" werden vom 2. bis 11. September 2011 in Workshops, Gesprächen und verschiedenen Kunstaktionen und Installationen im Stadtraum (u.a. dem Hauptbahnhof, der Café-Bar "Bento galerie" auf dem Werderplatz, der Hochschule für Gestaltung und dem ZKM) Fragen nach der ästhetischen, gesellschaftlichen und politischen Funktion von Türen aufgeworfen und diskutiert.
Events im Rahmen des interaktiven Kunstprojekts "OPEN DOORS"
- 2. September, 19:00 Uhr in der bento bar
Werderstraße 35, Karlsruhe
Eröffnungsfestival "DOOR STORIES" mit Silke Scheuermann; Podiumsrunde mit Prof. Michael Bielicky, Ludger Brümmer und teilnehmenden Künstler; Installation "OPEN RETREAT" von Jens Barth auf dem Werderplatz; Elektro-akustische Performances
- 9. September, 19:00 Uhr im "Kunstraum: Morgenstraße"
Morgenstraße 45, Karlsruhe
Abschlussabend: Fotoausstellung "IN BETWEEN" von Gytis Skudžinskas, Sound-Performance "CHALK WALK" von Franziska Windisch
Rahmenprogramm im "Kunstraum: Morgenstraße"
- 3.-4. September von 14.00 bis 19.00 Uhr – Laborraum "Sounding Architectures" von Julijonas Urbonas für Kinder und Familien.
- 7.-8. September von 14.00 bis 19.00 Uhr – Workshop "Sounding Architectures" von Julijonas Urbonas für Musiker und Architekten.
Eine Grundlage für "Open Doors" in Karlsruhe bildet das Projekt „Talking Doors” des litauischen Künstlers Julijonas Urbonas. Der Künstler, der sich mit dem Thema "Türen" schon seit längerem beschäftigt, hat seine Ideen bereits im Rahmen des Programms "Vilnius Europäische Kulturhauptstadt 2009" realisiert und war 2010 Preisträger beim Prix Ars Electronica. Für seine Arbeit verwandelt Urbonas Türen in öffentlichen Gebäuden in interaktive Installationen; mittels elektronischer Einbauten werden die Türen zu Musikinstrumenten, oder thematisieren auf vielfältige Weise die Funktion der Tür als Schnittstelle zwischen den Menschen und ihren Institutionen. Sound-KünstlerInnen und KomponistInnen sind eingeladen, um Beiträge zum Thema der "Tür" und zur Tür als gesellschaftlichem und ästhetischem Medium zu leisten. Die eingeschickten und gegebenenfalls vorab produzierten Kompositionen werden in den Karlsruher Klangtüren installiert und für "Konzerte" im öffentlichen Raum genutzt.
Die interaktiven Installationen des jungen Künstlers sollten die materielle Umsetzung des symbolischen Konzepts der „Tür“ sein, und gleichzeitig auch ein eigentümliches Experiment, während dessen bereits eine Reihe künstlerischer Installationen und Aktionen stattfinden wird. Während des Projekts werden interaktive Installationen von Studierenden der HfG – Jens M. Stober & Jan Corde, Benjamin Matzek, Hedi Haase, Marianne Schmidt – realisiert. Die Ideen wurden im Rahmen des Seminars "Keep Public / Lockpicking – Infoart" (unter der Leitung von Prof. Michael Bielicky) entwickelt.
Im Lauf des Projekts "OPEN DOORS" werden nicht nur innovative Medieninstallationen vorgestellt, sondern auch soziokulturelle Forschungen betrieben. Im zweiten Projektabschnitt "Door Stories" werden zwei weitere KünstlerInnen, Gytis Skudžinskas (LT) und Silke Scheuermann (DE) nach Karlsruhe eingeladen, um an verschiedenen Orten der Stadt zum Thema der "Tür" zu arbeiten. G. Skudžinskas wird eine visuelle Dokumentation und einen psychogeografischen Stadtplan aus persönlichen Fotocollagen in Karlsruhe schaffen. Gleichzeitig wird die Schriftstellerin Silke Scheuermann literarische Texte über Türen vor Ort schreiben.
Zudem ist geplant, einen Laborraum im „Kunstraum: Morgenstraße“ einzurichten, in dem Aktionen, Seminare, Konzerte etc. rund um die "Tür" stattfinden können. Dieses Labor wird allen Interessierten offenstehen; hier werden auch Workshops zu "Door Events" stattfinden, in deren Rahmen die bisherigen Projekte diskutiert und neu erarbeitet werden. Als temporäres Design-Studio und Diskursplattform wird der Workshop den Teilnehmenden einzigartige "Tür-Ereignisse" und neue Möglichkeiten der "Bedienung" einer Tür anbieten: Sie lernen neue Gestaltungsideen kennen und eigene umzusetzen, eine Beratung zur künstlerischen Nutzung der eigenen Haustür wird angeboten bzw. die Haustür selbst wird zu einem Ort für Performances deklariert, oder sie erhalten Einblick in die Praxis und Etikette des Öffnens der Tür in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, usw.
Eine öffentliche Diskussion und Gespräche zwischen den KünstlerInnen und VertreterInnen verschiedener Sparten und Institutionen werden diese Themen in Praxis und Theorie vertiefen. Aus der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen werden die VertreterInnen aus verschiedenen Bereichen an dem konkreten Abend in den Laborraum oder eine "inoffizielle" Institution (eine Bar) eingeladen. Das Hauptthema des Gesprächs sollte die Frage bilden, ob alle Türen heute für jeden und überall gleich geöffnet sind, und welche symbolische oder praktische Bedeutung die Tür in Alltagssituationen spielt.
Das Projekt "OPEN DOORS" ist Gewinner des Wettbewerbs kultur-im-dialog.moe 2011 - ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V. Die Kooperationspartner sind die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Kunstraum: Morgenstraße, Karlsruhe und das Kulturbüro der Stadt Karlsruhe.
Das Projektteam von "OPEN DOORS" sind:
- Akvilė Eglinskaitė, Kulturmanagerin / Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung
- Jacob Birken, Kunstraum: Morgenstraße
- Dominique Allard, HfG
- Institut für Musik und Akustik, ZKM, musik@zkm.de
Weitere Informationen Online:
