Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa

TRACK CHANGES

Sieben KünstlerInnen wurden aufgefordert, sich mit Kleingärten in der Stadt als besondere Form der Wechselbeziehung von Stadt und Natur, als besondere Lebensart und Form der Sozialisierung zu beschäftigen.

Die KünstlerInnen setzen sich mit der Disziplinierung der Natur in der Stadtlandschaft, mit der Nützlichkeit und dem Schönen sowie mit Beobachtungen, wie sich die ökonomischen Veränderungen und der Wertewandel in der Stadtlandschaft widerspiegeln, auseinander. Die im Rahmen des Projektes entstandenen Arbeiten werden in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig vom 10. September bis 14. November 2010 ausgestellt.



In Deutschland werden die Kleingartenanlagen Kolonien genannt. So sehen sie auch aus: als Elemente, die der Stadt scheinbar angehören, jedoch eindeutig ihre Autonomie manifestieren. Die KünstlerInnen forschen darüber, wie kontrolliert und diszipliniert der Ort ist, der in der Stadt der Natur zur Verfügung gestellt wird, und stellen unsere Vorstellungen vom Natürlichen in Frage. Ist die Art und Weise, wie das Museum Kunstwerke zeigt und dekontextualisiert, nicht die gleiche, wie die Naturfragmente in der Stadt auftauchen?

Die KünstlerInnen fragen auch danach, wie sich die gesellschaftliche Änderungen in der Stadtlandschaft zeigen, und wie sich unsere Vorstellungen von Produktivität entwickeln: Was zählt als zweckmäßig genutzter Stadtraum, zweckmäßig genutzte Zeit, zweckmäßig verbrachtes Leben? Wie werden das Nützliche und das Schöne definiert, und was geschieht, wenn sich diese Bedeutungen verschieben?



Ein Teil der künstlerischen Werke wird von 3. bis 5. September 2010 in Riga, als Teil des Kunstfestivals 'Survival Kit' zu sehen sein.

Als ein Satelliten-Projekt gibt das lettische Magazin >kuš!< eine Spezialausgabe mit Comic- und Fotogeschichten von IllustratorInnen aus Riga und Leipzig sowie der Schweiz, Schweden, Spanien, Finnland, Japan, Mexiko und den Vereinigten Staaten zum Thema (Schreber-)Gärten heraus.



Das Projekt "Track Changes" ist Gewinner des Wettbewerbs kultur-im-dialog.moe 2010 (ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V).