

Schaufenster Kunstverein - Hajnalka Tarr
Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Schaufenster Kunstverein“ wurde die junge ungarische Künstlerin Hajnalka Tarr eingeladen, das Schaufenster, das seit einem Jahr als ein progressives und offenes Format für junge, internationale Künstler gilt, mit einer umfassenden Installation zu bespielen. Der „project space“ befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kunstvereins Düsseldorf in einer Fußgängerzone in der Innenstadt und fungiert als experimentelle Plattform, das mittlerweile zur festen Bestandteil des Straßenbildes der Neustraße geworden ist.
Die ungarische Künstlerin Hajnalka Tarr (1977) beschäftigt sich in ihren Installationen mit der Raumspannung durch das Einsetzen von Spiegeln oder das Zusammenstellen von ungewohnten Objekten im Raum. Sie untersucht die Möglichkeiten der uneingeschränkten absoluten Dimensionen, deren physische oder optische Wahrnehmung auch die inneren Grenzen auflöst und sowohl die Künstlerin als auch den Betrachter von ihren Ängste und Hemmungen befreit. Das Gefühl von Grenzenlosigkeit und unbeschränkter Weite wird durch die Ausdehnung des Rauminhalts hervorgerufen.
Die Künstlerin arbeitet mit banalen, alltäglichen Gegenständen, wie Sicherheitsnadeln oder Kleiderbügeln, welche dem Betrachter vertraut und doch inhaltsleer vorkommen. Man kennt und benutzt sie im Alltag gefühllos, ohne über sie nachzudenken und zu reflektieren, und sie gewinnen, auch auf einer ästhetischen Ebene, erst an Bedeutung durch ihre raumgestaltende Funktion in der Installation.
Hajnalka Tarr schafft im Schaufenster Kunstverein mit ihrer Installation von ca. 400 Kleiderbügeln die Illusion einer unendlichen Galerie, deren unzählige leere Kleiderbügel im Kontext der Einkaufsstraßen der Altstadt dem Werk einen kritischen Standpunkt verleihen.
Fotodokumentation Kim Keibel
Copyright: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
