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Private Landscapes: Junge Fotografie aus Ungarn

Ungarische Fotografen haben einen renommierten Platz in der Geschichte der Fotografie. Viele von ihnen waren durch ihre Fortschrittlichkeit und ihre experimentellen Ansätze stilbildendende Wegbereiter moderner fotografischer Tendenzen: László Moholy-Nagy gilt mit seinen avantgardistischen Fotogrammexperimenten als Pionier neuer Techniken, Brassaï wurde mit den ersten nächtlichen Stadtansichten von Paris bekannt, André Kertész erweiterte die Möglichkeiten der Fotografie mit seinen berühmten verzerrten Aktfotografien, und Robert Capa brachte als Kriegsreporter eine neue ästhetische Qualität in den Fotojournalismus. Diese Liste könnte man noch lange fortsetzen, aber was macht eigentlich die neue Generation junger Fotografen? Wie sehen sie ihr Land, welche ästhetischen Schwerpunkte setzen sie, wie positionieren sie sich international?

 

 

International anerkannt: Junge ungarische Fotografie in der Welt und in NRW

 
Nach jahrzehntelanger, vom unsichtbaren eisernen Vorhang erzeugter Bilderlosigkeit, zeigt sich seit ein paar Jahren eine neue Generation ungarischer Fotografen der Welt und erobert sie mit zahlreichen Ausstellungen, Preisen und Stipendien. Die jungen Künstler denken in globalen Kontexten und gelten als künstlerische Diplomaten für Ungarn: Sie vermitteln nicht nur externe Stimuli ins Heimatland, sondern zeichnen anhand ihrer Fotografien ein komplexes Bild der ungarischen Szene für das internationale Publikum. Die in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren geborenen Fotografen Sári Ember, Marcell Esterházy, Donát Kékesi, Alexandra Emese Lázár, Ágnes Éva Molnár, Hajnal Németh, Anna Ildikó Pető, Péter Puklus und Bálint Rádóczy haben ihre Werke für die Gestaltung von Plakaten und Programmbüchern des Festivals SCENE UNGARN IN NRW zur Verfügung gestellt und nun werden ihre Werke im Rahmen einer von Eszter Tóth kuratierten  Wanderausstellung in Düsseldorf, Münster und Wuppertal gezeigt.  

 

 

Die Fotografien zeichnen sich durch ihren lyrischen Charakter aus und spiegeln subjektive Impressionen ihres Heimatlandes und ihrer nächsten Umgebung. Fern von touristischen Stereotypen treten auf den ersten Blick banal erscheinenden Milieus wie Wohnsiedlungen, Studentenfeiern, Stadtparks oder verlassene Industriegebiete in den Vordergrund. Der uniformisierte Alltag unserer globalisierten Welt? Kaum. Der Reiz dieser Arbeiten steckt in ihrer Nähe, im Familiären und Persönlichen. Hinter der Oberfläche geben die Motive Einblick in (ungarische) Lebenswelten: den Alltag, die Feste, die Entwicklung der Städte und die Sehnsucht nach der Natur. Ebenso universal wie individuell experimentieren diese Künstler also mit den kognitiven Prozessen des Erinnerns, Erkennens oder Assoziierens auch des hiesigen Betrachters und vermitteln ihm durch das angenehme Gefühl des Widererkennens beinahe unbemerkt ihre eigenen Heimatbilder.

 

 

Wann und Wo:

  • vom 10. bis 25. Juli 2010 im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
  • am 9. Juli 2010 um 18.00 Uhr Diskussion mit den Künstlern;  um 19.00 Uhr Ausstellungseröffnung

 

  • vom 30. Juli bis 15. August in der Stadthausgalerie Münster
  • am 29. Juli 2010 um 19.00 Uhr Ausstellungseröffnung        

 

Termine/ Veranstaltungen

vom 9. bis 25. Juli 2010
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

vom 29. Juli bis 15. August 2010
Stadthausgalerie, Münster

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