

Privacy - Viola Fátyol im Schaufenster Kunstverein
Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Junge ungarische Künstler im Schaufenster Kunstverein“ werden im Jahr 2010 vier junge Künstler aus unterschiedlichen Bereichen der bildenden Kunst nach Düsseldorf eingeladen. Im Schaufenster des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, das seit 2008 als ein progressives und offenes Format für junge, internationale Künstler gilt, haben sie die Möglichkeit eine ortsbezogene Rauminstallation zu zeigen. Der „project space“ befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kunstvereins Düsseldorf in einer Fußgängerzone in der Innenstadt und fungiert als experimentelle Plattform, die mittlerweile zum festen Bestandteil des Straßenbildes der Neustraße geworden ist.
Den Auftakt der Ausstellungsreihe mit ungarischen Künstlern und Künstlerinnen bildete im Januar die Installation von Hajnalka Tarr, der nun die junge Fotografin Viola Fátyol nachfolgt. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Intimität menschlicher Beziehungen, schildert vertraute Situationen, welche in unterschiedliche Kontexte eingefügt werden. Die in Düsseldorf präsentierte Fotoserie Privacy zeigt intime Momente zweier Frauen – der Künstlerin und ihrer Mutter –, welche die Passanten durch Gucklöcher betrachten können. Auf diese Weise untersucht die Künstlerin die Problematik von Privatem und Öffentlichem und sinnt über die Orte der Intimität nach. Zugleich vermittelt sie eine Kritik an der Gesellschaft von Zuschauern unserer medialen Zeit, indem sie den Betrachter unbemerkt die Rolle des Voyeurs übernehmen lässt.
Fotodokumentation: Jürgen Staack
Copyright: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
