

Förderlandschaften in Südosteuropa
Fachgespräch Kooperations- und Förderlandschaften in Südosteuropa
Erfahrungen austauschen - Erreichtes bilanzieren
Kontext
In Südosteuropa läutete der politische Umbruch Ende der 1980er Jahre eine Periode liberaler Kulturpolitik ein, an die nach den Kriegen und dem Zusammenbruch Jugoslawiens in den Ländern der Region angeknüpft wurde. Die bereits begonnene Entwicklung der unabhängigen lokalen Kulturszene erfuhr daraufhin in den 1990er Jahren vor allem durch ausländische Förderer Unterstützung. Heute lässt die vielfältige Förderlandschaft in Südosteuropa nichts von den Klischees einer einheitlichen Kulturproduktion übrig.
Nachdem die ausländische Kulturförderung die lokalen Kultursysteme der Länder des Westlichen Balkans in den letzten zehn Jahren in großem Maße beeinflusst hat, scheint es, als sei die Zeit der prägnanten ausländischen Förderung nun jedoch vorbei.
Bei den wichtigsten Förderern zeigt sich seit dem Jahr 2000 eine Tendenz, sich entweder ganz aus Südosteuropa zurückzuziehen oder eigene Prioritäten zu überdenken, Programme abzuschließen bzw. kulturelle Kooperationsprogramme umzugestalten. Andere Förderer sind in den letzten Jahren neu hinzugekommen oder haben neue Schwerpunkte gesetzt. Durch den aktuellen EU-Integrationsprozess eröffnen sich neue Möglichkeiten für den südosteuropäischen Kulturbereich und damit auch neue Herausforderungen für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Die Robert Bosch Stiftung hat in den vergangenen Jahren in ihren Stipendienprogrammen für Kulturmanager in und aus Mittel- und Osteuropa einen Schwerpunkt auf die Länder des Westlichen Balkans gesetzt und ist interessiert an einem Austausch mit anderen Förderern und mit Geförderten über die Erfahrungen in der Region.
Idee
Das Fachgespräch lädt zu einem offenen Dialog zwischen wichtigen Förderern im Bereich Kultur, v.a. aus dem deutschsprachigen Raum, geförderten Personen und Institutionen, lokalen Entscheidungsträgern, sowie Experten und Kulturschaffenden aus den Ländern des Westlichen Balkans ein.
Der geografische Rahmen der Tagung sind die Länder, die sich als Westlicher Balkan bezeichnen: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien.
Die Diskussion über verschiedene Förderformate – Projektförderung, Kooperations- und Koproduktionsprogramme, Policymaking, Capacity building und Netzwerkförderung, Personenförderung und Weiterbildung, sowie institutionelle Förderung –, soll es ermöglichen, einen umfassenden Überblick über die Förderlandschaft der Region zu gewinnen.
Ziele
- existierende Mechanismen, Strukturen und Instrumente der Kulturförderung in den Ländern des Westlichen Balkans aufzeigen
- Beispiele gelungener und weniger erfolgreicher Praxis in den jeweiligen Ländern kollegial bilanzieren
- den inhaltlichen Austausch zwischen Förderern v.a. aus dem deutschsprachigen Raum und Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen aus Südosteuropa intensivieren
- im Dialog Modelle möglicher künftiger Kulturförderung reflektieren und diskutieren

Datum und Ort
7. und 8. Dezember 2009
Haus der Kulturen der Welt Berlin
Veranstalter
Robert Bosch Kulturmanager in Mittel- und Osteuropa
Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa
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